Systemprojekt · GFK Hyperframe

Mehr als ein Modul: der Systemverbund für anspruchsvolle Standorte

Hohe Schnee- und Windlasten, Hagelschlag und starke Temperaturwechsel wirken auf das gesamte PV-System. Entscheidend ist der abgestimmte Verbund aus Modul, Rahmen, mechanischer Schnittstelle und Unterkonstruktion. AB NETCOM entwickelt dafür eine mechanische Schwerlast-Systemlösung für grossformatige HJT-Module mit Stahlrahmen.

HW 5
Zielklasse Hagel­widerstand
13’000 Pa
System-Auslegungs­fall
+9–10 kg
Zielgewicht Hyper­frame je Modul
Photovoltaikanlage im Gebirge mit Schnee zwischen den Modulreihen

Entwicklungsziele

Für anspruchsvolle Standorte entwickelt

Ziel ist eine robuste, prüfbare und montagegerechte Gesamtlösung für grosse Freilandanlagen sowie Hochland- und alpine Anwendungen. Grosse Industrie- und Gewerbedächer werden als zweites Kernsegment projektbezogen einbezogen.

Ziele der Entwicklung: Belastungen kontrolliert weiterleiten, Belastungsspitzen reduzieren, Temperaturbewegungen berücksichtigen sowie Wartung, Austauschbarkeit und eine nachvollziehbare Partnermontage unterstützen.

HW 5
Hagel­widerstands­klasse nach vorab festzulegendem Prüfstandard
13’000 Pa
mechanischer System-Auslegungs­fall
bis 15’000 Pa
projektabhängig zu unter­suchender Extremfall
+9–10 kg
Zielwert Zusatzgewicht GFK Hyper­frame je Modul (Entwicklungs­stand)

Der Werkstoffvorteil von GFK

Im Entwicklungskonzept werden sonnenexponierte mechanische Komponenten bis zu möglichen Oberflächentemperaturen von +100 °C betrachtet – deutlich über den üblichen Datenblattbereichen von Modulen. Die Eignung des Gesamtsystems muss durch thermische Bewertung sowie Temperaturwechsel- und Funktionsprüfungen bestätigt werden.

Der Sprung von 5’400 Pa Datenblatt-Prüflast auf 13’000 Pa System-Auslegungsfall soll mit rund 9–10 kg Zusatzgewicht je Modul erreicht werden – eine vergleichbare Verstärkung in Stahl läge deutlich darüber; genau hier liegt der Werkstoffvorteil von GFK.

Konstruktions-, Material- und Auslegungsdetails werden ausschliesslich im vertraulichen Projektprozess offengelegt. Schutzrechte sind angemeldet.

Systemverbund

Was der Systemverbund leisten soll

  1. Lasten flächig ableiten

    Schnee- und Eislasten über den Rahmen flächig in die Unterkonstruktion leiten.

  2. Hagelenergie dämpfen

    Hagelenergie dämpfen statt starr aufnehmen.

  3. Temperaturbewegung aufnehmen

    Thermische Längenänderung zwischen Stahl, Verbundwerkstoff und Unterkonstruktion aufnehmen.

  4. Modultausch ohne Demontage

    Modultausch ohne Demontage benachbarter Module.

Wichtiger Hinweis. Alle genannten Werte sind Entwicklungs- und Prüfziele, keine bestätigten Systemeigenschaften und keine Garantie- oder Lieferzusage. Bislang ist keine Prüfung oder Zertifizierung des Systemverbunds erfolgt.

Geplanter Prüfweg

SPF Testing am Institut für Solartechnik der OST in Rapperswil-Jona

Das SPF zählt zu den renommiertesten Instituten weltweit im Bereich Solartechnik und anspruchsvoller Solarprüfungen. SPF Testing ist durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS als Prüflabor international anerkannt und eine anerkannte Prüfstelle für das Schweizer Hagelregister.

AB NETCOM beabsichtigt, den Prüf- und Zertifizierungsumfang mit SPF Testing am Institut für Solartechnik der OST – Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil-Jona abzustimmen. Die veröffentlichten Prüfangebote umfassen Hagel- und Einschlagprüfungen, mechanische Lastprüfungen mit vorgesehenem Montagematerial sowie Schneelastprüfungen an Solaranlagen. AB NETCOM strebt eine langfristige fachliche Zusammenarbeit an.

Prüfstellen-Informationen: SPF Institut für Solartechnik – OST · Hagelregister – Eintrag PV-Module

Vorgesehener Prüfumfang

  1. Hagelprüfung

    Beschuss des Systemverbunds mit Hagelkörnern gemäss Hagelregister-Methodik; Zielklasse HW 5.

  2. Mechanische Lastprüfung

    Statische Druck- und Soglasten mit dem vorgesehenen Montagematerial; Auslegungsfall 13’000 Pa, Extremfall bis 15’000 Pa.

  3. Schneelast- und Temperaturwechselprüfung

    Dauerlast unter Kälte, ungleichmässige Lastverteilung, Verhalten der Dämpfungselemente.

  4. Funktionsprüfung und Dokumentation

    Elektrische Sicherheit nach Belastung, Montage- und Wartungsablauf, Prüfbericht für Projektpartner.

Zeitplan

Zeitliche Zielplanung

  1. Ende 2026 / Anfang 2027Abschluss Prüf- und Zertifizierungsprogramm. Abschluss des vorgesehenen Prüf- und Zertifizierungsprogramms mit SPF Testing.
  2. 1. Quartal 2027Zertifizierte Systemlösung für erste Projekte. Bei planmässigem Verlauf soll die zertifizierte Systemlösung im ersten Quartal 2027 (Zielhorizont Ende Februar 2027) für erste Projekte verfügbar sein.
  3. bereits heutePilot- und Referenzprojekte mit dem Standardmodul. Bis dahin sind Pilot- und Referenzprojekte mit dem Standardmodul bis Hagelklasse 3–4 bereits umsetzbar.

Wichtiger Hinweis. Eine Zusammenarbeit oder ein Prüfauftrag besteht erst nach gesonderter Vereinbarung. Bislang ist keine Prüfung oder Zertifizierung erfolgt. Alle genannten Werte sind Entwicklungs- und Prüfziele, keine bestätigten Systemeigenschaften und keine Garantie- oder Lieferzusage.

Entwicklungspartnerschaft

Pilot- oder Referenzprojekt für den Systemverbund?

Projektentwickler, EPCs und Betreiber mit geeigneten Flächen in Hochland- und alpinen Lagen oder auf grossen Dächern: Im Projektcheck klären wir, ob Ihr Vorhaben als Pilot- oder Folgeprojekt in Frage kommt.